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Wien – Venedig und zurück!

Der Nachtzug nach Venedig ist immer wieder ein Erlebnis. Man wacht (im besten Fall) eine Stunde vor Ankunft auf, „genießt“ das Frühstück im Zug und freut sich auf die letzten paar Minuten der Fahrt über den Damm zwischen Mestre und Santa Lucia, wie der Hauptbahnhof hier heißt. Dann das richtige Frühstück: in meinem Fall „un Cappuccino e un Cornetto con Crema“. Italia, ci siamo.

Aber bevor ich mehr von meinem zweiten Besuch einer Biennale di Venezia, der bereits 59.(!), erzähle, muss, nein darf, ich darüber berichten, was ich in den letzten Wochen in meinen beiden Projekten an der Angewandten und der Universität Salzburg schon erlebt habe.

Kurz vor der Abfahrt traf ich noch Barbara Bulc, die ich in Bilbao zum ersten Mal getroffen habe,  und Simona Koch an der Angewandten. Wir waren uns einig, dass wir Anfang nächsten Jahres wieder zusammenkommen sollten, um Wissen und Erfahrungen zu diesen Themen aus Projekten wie OurCluj, unser Wellbeing-Projekt oder Simonas Stadtlandschaften untereinander und mit anderen auszutauschen, die mit ähnlichen Ideen und Konzepten zu Visionen, Systemdenken, Monitoring und der Schaffung von Wegen für eine bessere Zukunft arbeiten.

Mitte Oktober startete das StartClim-Programm, in dessen Rahmen mein Projekt zur Messung des Erfolgs von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel läuft, den diesjährigen Zyklus mit einem Workshop aller gerade angelaufenen Projekte.

Seitens des Koordinierungsgremiums aus Aufrtraggeber*innen und wissenschaftlichen Beirät*innen gab es zu meinem Projekt noch folgende Rückmeldungen:

Achten Sie darauf, dass sich das Projekt unbedingt auf das Thema Klima begrenzt, meinte etwa Helga Kromp-Kolb. Der Kommentar ist insofern berechtigt, als ich bei meiner Präsentation drauf hingewiesen hatte, dass der von mir entwickelte Ansatz auch für andere Themen anwendbar ist. Und wir ihn z.B. in Salzburg auch auf andere Themen anwenden werden, wenn es um das Thema Armut gehen soll.

Und bei der Entwicklung strenger Nachhaltigkeitsprogramme für und mit Unternehmen, die ja zunächst immer einen bestimmten Zweck verfolgen. Immer steht ein konkretes Ziel im Vordergrund, von dem ausgehend der Erfolg im Lichte anderer Ziele zu bewerten ist, also etwa des Beitrags zur Klimaneutralität oder zur Armutsvermeidung.

In der Region Dachstein – Salzkammergut – Totes Gebirge geht es also um die Anpassung an den Klimawandel, wofür ein Biosphärenpark eingerichtet werden soll. In einem Biosphärenpark geht es genau darum, ein Konzept zu entwickeln, wie Wirtschaft und Gesellschaft im Einklang mit der Natur gedeihen können. Daher soll der Erfolg einer Klimaanpassungsmaßnahme (in diesem Fall eben der geplante Biospährenpark) anhand der Erreichung anderer Ziele gemessen werden, die sich die Menschen vor Ort selber setzen.

Erwähnen Sie in Ihrem Bericht, wie man Ihr Tool zur Bewertung auch für andere SDGs anwenden könnte, (wobei natürlich die Fragestellungen und Expertenauswahl unbedingt angepasst werden muss).Ja, genau darum geht es mir – siehe oben.

Gute Hinweise bekam ich auch dazu, mit wem ich in der Region noch Kontakt aufnehmen sollte. Diskutieren Sie auch die Tourismusregion Dachstein, und welchen Einfluss Sie auf Ihre Ergebnisse haben könnte, meinte dann noch Hartmut Grassl, Kimaforscher der ersten Stunden zwischen Bayern und Hamburg mit einem guten Blick auf die Situation in Österreich.

Anfang November war ich dann mit meinen Kolleg*innen im Ausseerland, um mit der dortigen Initiativgruppe das Projekt zu besprechen. Eigentlich ist es ja ihr Projekt. Wir (Kolleg*innen von der Angewandten und auch der BOKU) unterstützen sie mit unseren Möglichkeiten und gehen so ein Stück des Wegs gemeinsam. Im ersten Halbjahr 2023 werden wir dazu 4 Wokshops moderien. In Gruppenarbeiten und kreativen Aktivitäten erarbeiten wir Szenarien / Situationen und kristallisieren Handlungsfelder heraus. Mehr dazu hier.

Ähnlich gehe ich gemeinsam mit Martin Hoffmann in zwei Lehrveranstaltungen vor, wo sich die Studierenden anhand von selbst gewählten Themen auf eine ähnliche Reise machen. Darüber werde ich in meinem nächsten Beitrag berichten.

So bin ich meinem selbst gesteckten Ziel neben Österreich 3 Regionen, 30 mittlere und 300 kleine Unternehmen oder Organisationen sowie 3000 Menschen auf einem solchen Weg zu begleiten, der letztlich in einen Bericht an den Club of Rome münden soll, ein paar Schritte näher gekommen.

Apropos Österreich: Im SDG.VisionPath-Projekt gehen wir etwas anders vor. Hier beginnen wir als Forscher*innen-Team damit das System zu beschreiben, das sich zwischen den Nachhaltigkeitszielen der Armutsvermeidung (SDGs 1 und 10), Klimaschutz (13) sowie Arbeit und Wachstum (8) aufspannt. Anhand dessen werden dann die von uns ausgewählten Stakeholder. „Wir sind der Überzeugung, dass wissenschaftlich fundierte Zukunftsvisionen und Transformationspfade nur gemeinsam in einer ‚Community of Practice‚ mit Expert*innen und Stakholder*innen erarbeitet werden können. Und genau dazu möchten wir Sie heute ganz herzlich einladen!“  steht in der die Einladung, die gerade raus geht.

Und heute traf sich dazu zum ersten Mal ein mit Christian Erik Pohl (ETH Zürich), Peter Victor (York University), Brynhildur Davíðsdóttir (University of Iceland) und Karin Heitzmann (Wirtschaftsuniversität Wien) international hochrangig besetzter wissenschaftlicher Beirat.

Am 1.11. startet endlich auch mein zweiter Uni-Job am Institut für Sozialwissenschaftliche Geographie der Uni Salzburg, wo ich – mit Blick auf die Festung Hohensalzburg – ebenso wie an der Angewandten an SDG.VisionPatharbeiten darf.

Und die Reise nach Venedig? Hab ich hier dokumentiert.

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