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2021: what a year!

Es ist ja das interessante an unserer Zeit, dass wir mehr als sonst gemeinsame Erfahrungen machen: Lock-downs und Masken, kaum noch Umarmungen oder Händeschütteln, wirtschaftliche Unsicherheit und psychische Achterbahnfahren, die Unplanbarkeit der näheren Zukunft – nur ein paar Beispiele. Darüber will ich heute nicht schreiben. Sondern über mein persönliches Jahr. Dinge, die Ihr vielleicht (noch) nicht wisst. Es war ein ereignisreiches Jahr mit traurigem Ende und hoffnungsfrohem Ausblick!

Für mich begann das Jahr im Jänner mit dem Ende meiner Vorlesung in Nachhaltiger Entwicklung an der Universität für Bodenkultur. Nach 15 Jahren kann und muss auch mal Schluss sein.

Eine spannende Erfahrung, die noch andauert, ist die Mitarbeit am Special Report Landnutzung, Landmanagement und Klimawandel (SR21) des Austrian Panel on Climate Change, in das ich insbesondere meine Expertise zum Thema Arbeit und Wirtschaft aus dem UniNEtZ-Projekt einbringen konnte. Spannend vor allem, weil so ein Bericht nach den strengen Regeln des internationalen Klimarates der UNO (IPCC) abläuft, die ich dabei hautnah kennen lernen durfte. Meine Erfahrung konnte ich auch für das Glossar einbringen, das als eigenes Kapitel veröffenlticht werden soll.

Im Februar dann die vom Austrian Chapter des Club of Rome mit dem Carnuntum Chapter gemeinsam geplante und gut dokumentierte Webinar-Reihe #100minutenZukunft zum Thema „Mobilität 2050“ mit hochrangigen Speakern und guten Diskussionen.

Immer noch nicht ganz tot ist die vor 15 Jahren von mir gemeinsam mit Rita Trattnigg, Sissy Freytag und dem zu früh verstorbenen Harald Hutterer mit gestaltete Initiative „Wachstum im Wandel“, die heute von Fred Luks im Rahmen des Just Transition-Prozesses des BMK moderiert wird. Gerade in einem grünen Ministerium  hätte diese Initiative aber mehr Aufmerksamkeit und Aktivität verdient und ich bemühe mich mit einigen engagierten Kolleg*innen, vor allem Matthias Neitsch und Bernhard Zlanabitnig, ihm wieder mehr Leben einzuhauchen.

Im Februar erschien auch die Arena Analyse 2021 im Standard und in der ZEIT, an der ich zum zweiten Mal mitwirken durfte.

Der März begann dann mit einem Online-Workshop des WIFO zum SDG 8, zu dem ich gemeinsam mit meiner Angewandte-Kollegin Lisa-Marie Weidl  einen Beitrag auf Basis unserer „Option“ im UniNEtZ-Projekt mit dem Titel „Verkürzung auf 50.000 Stunden als Grundlage für eine Umverteilung von Arbeit (incl. Care Arbeit)“ verfasst habe, der 2022 in der Zeitschrift Empirica erscheinen soll.

Außerdem startete ich ein neues Abenteuer mit meinem alten Freund Walter Ötsch, den ich gemeinsam mit Gerda Palmetshofer und der cooppa dabei unterstütze, seine wichtigen Themen noch besser an die interessierte Frau und den interessierten Mann zu bringen.

Und auf Anregung von Christian Felber arbeiten wir an einer Stellungnahme der Themeninitiative Wirtschaft des NGO-Zusammenschlusses SDG Watch zur EU-Verordnung zum nichtfinanziellen Reporting von Unternehmen (CSRD).

Seit April arbeite ich gemeinsam mit Rainer Schultheis an SAPHENABILITY zur Implementierung von Nachhaltigkeitsindikatoren insbesondere für Unternehmen im Life Sciences- und Med Tech-Bereich – abgeleitet von den (1) Sustainable Development Goals (SDGs), kompatibel mit den Kriterien der (2) Global Reporting Initiative (GRI) mit einem Schwerpunkt auf den gesamten (3) Ressourcenverbrauch (material footprint) über die gesamte Wertschöpfungskette. Auf den Begriff des Gemeinwohls bzw. das Konzept der (4) Gemeinwohlökonomie (GWÖ) kommt dabei besondere Bedeutung zu. Das Konzept wurde erstmals in Tulln bei Accent in Tulln vor gestellt, wo wir unser Konzept 2022 mit einigen niederösterreichischen Unternehmen konkret anwenden werden.

Das UniNEtZ-Projekt ging in die entscheidende Phase: es begann damit die Reviews in die 2020 erarbeiteten „Optionen“ einzuarbeiten und alle ca. 150 Optionen zu einem 70-seitigen Bericht zusammen zu fassen, die gegen Ende des Jahres noch weiter gekürzt auch in einer Artikelserie der Presse erschien. Hier einer der beiden Beiträge, an denen ich beteiligt war: „Wem dient die Wirtschaft? Uns allen hoffentlich!“ (hier als Foto auf Facebook).

Mein persönliches Highlight im Mai war die Aufnahme (gemeinsam mit meiner Liebsten) in die Genossenschaft des Wohnprojekts MONA21, an dem wir seit Anfang  des Jahres mitwirkten und das hoffentlich bald auch physisch gebaut wird.

Im Juni fand dann mit Corona-bedingter Verspätung die Generalversammlung des Austrian Chapter des Club of Rome statt, bei dem ich wieder zum Vizepräsidenten und Generalsekretär gewählt wurde. Besonders freut mich, dass ich mit Gertrude Suschko eine höchst aktive Mitstreiterin gewinnen konnte, die bei dieser Gelegenheit ebenfalls in den Vorstand gewählt wurde.

Außerdem hielt ich meine diesjährige „Lecture4Future “ am Studiengang Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement an der Fachhochschule Krems. mit dem Titel „Wirtschaft und Klima nach der Pandemie – (wie?) geht das zusammen?“  Präsentation hier / Video to come! Außerdem eine 2-teilige Gastvorlesung am Umweltcampus Birkenfeld, mit dem ich schon vor 20 Jahren einmal zusammen gearbeitet habe – eine Faden-Wiederaufnahme, die mich heuer besonders gefreut hat.

Schließlich startete mein Stamm*Tisch, der – wenn St.Corona will – seither 14-tägig und übermorgen bereits zum 14. Mal statt findet. Leser*innen meines Blogs sind herzlich willkommen (Infos bei mir)!

Im Juli entstand dann ein Video zum SDG8 und wir sind mit dem UniNEtZ-Büro in die ehemalige Postsparkasse am Robert-Coch-Platz umgezogen.

Ausserdem hat auch die von mir vor 3 Jahren mit gegründeten cooppa-Genossenschaft ihre Generalversammlung abgehalten, bei der zum ersten Mal ein Revisionsbericht des Rückenwind-Verbandes vorgestellt werden konnte und eine Überarbeitung incl. Erweiterung der Unternehmensstrategie bis Jahresende in Aussicht gestellt wurde.

Im August dann mein längster Urlaub seit langem: Interrail mit wandern über Italien und Frankreich nach Spanien, besser gesagt ins Baskenland, noch genauer: Bilbao, was ich damals schon hier dokumentiert habe.

Der September brachte zwei von mir mit organisierte Veranstaltungen des Club of Rome. Einmal „Wohlstand neu denken“ – an und mit der Angewandten sowie zur „Energiewende über Österreichs Grenzen hinaus“.

In Salzburg starteten wir mit den Scientists4Future ins neue akademische Jahr, deren Fachkollegium ich jetzt angehöre. Und mit den Kindern war ich dann doch noch ein paar Tage am wunderbaren Reiterbauernhof in Altaussee und erfahren, dass dort auch einiges in Sachen Nachhaltigkeit passiert.

Im Oktober besuchte uns dann Ernst Weizsäcker an der Angewandten. „Uns“ das ist die Gruppe im UniNEtZ mit Meike Bukowski, Maciej Palucki, Katharina Kreissl und Ulrike Payerhofer, die sich rund um die SDGs 1 (Armut), 5 (Gender), 10 (Ungleichheit) und eben 8 (Arbeit und Wirtschaft) gebildet hat und die ihre Arbeit hier auf 10 Seiten zusammen gefasst hat: „Geht es dem Menschen gut, geht es Österreich gut“, (hier als Foto auf Facebook). Mein Anliegen war dabei, mein im UniNEtZ enstandenes Konzept für einen Bericht an den Club of Rome zur Fortschrittsmessung beyond GDP zu diskutieren.

Bei einem Vortrag zum Thema „Klimapolitik & Wirtschaftswachstum: (k)ein Widerspruch?“ habe ich mich einem meiner ältesten Lieblingsthema wieder neu angenähert.

Der November stand einerseits im Zeichen der Klimakonferenz von Glasgow, die wir mit dem Club of Rome intensiv begleitet haben. Außerdem arbeiteten wir intensiv an der Vorbereitung der Präsentation des abschließenden „Optionenberichts“ im UniNEtZ-Projekts, die dann Corona-bedingt leider abgesagt und ins neue Jahr verschoben werden musste.

Das dicke Ende kam zum Schluss: im Dezember stellte sich heraus, dass ich das Büro in der Schwarzspanierstraße nicht halten kann – es muss verkauft werden, um die Schulden, die die beiden SERI-Konkurse bei mir persönlich aufgehäuft in 6-stelliger Höhe angehäuft haben, zu bezahlen. Eine Niederlage, die für mich nicht einfach zu verkraften ist.

Aber: wo eine Tür sich schließt, geht eine andere auf. Gemeinsam mit Martin Hoffmann und Dennis Kacetl arbeiten wir daran, dem Bureau der Zivilgesellschaft bis Mitte des Jahres eine neue Heimat zu geben. Was aber noch wichtiger ist: Dennis und Martin haben Lust, Mut und die Kraft, vieles von dem, was ich in den letzten 20 Jahren hier aufgebaut habe, mit meiner Hilfe weiter zu tragen, weiter zu ent-wickeln. Das freut mich sehr!

Mehr über meine und unsere Pläne demnächst auf diesem Kanal. Ich habe vor, ab jetzt monatlich einen Update zu bloggen. Stay tuned!